Hall Art Foundation
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Susan Rothenberg

Die Hall Art Foundation freut sich, bekannt geben zu können, dass sie im Schloss Derneburg eine Ausstellung der international anerkannten amerikanischen Künstlerin Susan Rothenberg veranstalten wird. Seit fünfzig Jahren war und ist Susan Rothenberg eine unabhängige Künstlerin, die Konventionen in der Malerei in Frage stellt und Grenzen überschreitet, Abstraktion und Darstellung miteinander verknüpft und den Unterschied zwischen Figur und Hintergrund verwischt. In der Ausstellung werden mehr als 20 Gemälde gezeigt, mit denen die Entwicklung des figurativen, emotional aufgeladenen und gestischen Stils Susan Rothenbergs beginnend mit ihren ikonenhaften Pferdegemälden der 1970er bis hin zu den im letzten Jahrzehnt vollendeten Werken dargestellt wird.

 

1975 fand die erste Solo-Ausstellung ihrer Werke in New York, 112 Greene Street — einem alternativen Kunstraum in SoHo — statt. Dort wurden drei große Gemälde von Pferden gezeigt, darunter Algarve (1974). Dieses Gemälde wird nun zum ersten Mal seit fast vierzig Jahren in Deutschland gezeigt.  Das fast drei Meter hohe Gemälde Algarve zeigt den vereinfachten Umriss der vorderen Hälfte eines Pferdes im Profil. Der Körper des Pferdes ist mit deutlich sichtbaren Pinselstrichen in gebrochenem Weiß — identisch mit der Farbe der Leinwand — ausgeführt. Schwarze Dreiecke unter Hals und Beinen des Pferdes lassen das Bild noch flacher wirken und beseitigen so jegliche illusionistische Wirkung.  Die Pferdegemälde Susan Rothenbergs, die als Ersatz für den menschlichen Körper betrachtet werden, wurden Sinnbilder für die neue Art der bildlichen Darstellung in den 1970er Jahren, die 1978 mit der Ausstellung „New Image Painting“ im Whitney Museum ihren Höhepunkt fand. In ihrer Pionierrolle war Susan Rothenberg auch mit drei Gemälden von Pferden — eines davon Algarve — in der Ausstellung „Zeitgeist“ vertreten, die 1982 im Martin-Gropius-Bau in Berlin stattfand.

 

In den 1980er Jahren wurden die Werke Susan Rothenbergs intuitiver und expressionistischer, inspiriert von dem, was sie umgab, und von ihren persönlichen Erfahrungen. Sie verwendete mehr unterschiedliche Farben in ihren Arbeiten, wobei sie ihre Erforschung der verschiedenen Möglichkeiten, den Bildraum aufzuteilen, und vor allem des Körpers in Bewegung fortsetzte. In Werken wie Trumpeter (1984-85) wird die Art, wie der Trompeter sein Instrument auf und ab bewegt, durch üppige, stark durchwirkte Felder von Farbe, betont durch aufblitzendes Weiß, dargestellt. Im Gegensatz dazu ist in dem späteren Werk Caput Violet (1989-90) der bewegte Körper in einer unmöglichen „Wende“ gefangen, bei der die Beine vom Rumpf weg und dann hinter dem Körper nach oben gebogen sind. Ihr Umgang mit der Farbe und ihr Pinselstrich begannen, mehr Bewegung und größere Dringlichkeit auszudrücken, und zeigen Subjekte in angespannt aktivierten Räumen.  

 

Nach ihrem Umzug von New York nach New Mexico im Jahr 1990 wurden Susan Rothenbergs Sujets von ihrer physischen Umgebung beeinflusst — von Tieren und der Landschaft. In Werken wie Dog and Snake (2004-05) erscheinen die Abbilder der Tiere in intensiv durchwirkten Feldern von Farbe, in denen die Körper fragmentiert und abstrahiert dargestellt sind. In Farben gemalt, die die der Wüstenlandschaft aufgreifen, vermitteln auch diese Werke ein dynamisches Gefühl von Bewegung in der Bildfläche.

 

Gegen Ende der 2000er-Jahre kehrte Susan Rothenberg zum menschlichen Körper als Hauptthema zurück. Abgehoben von minimalen aber stark durchwirkten Hintergründen werden in Werken wie Blue Flash (2009-10) und Red (2008) in kühnen Farben dargestellte isolierte, umgedrehte und über die Bildfläche verstreute Fragmente des Körpers gezeigt. Hier werden Körper zu Formen, und Susan Rothenberg zeigt wieder einmal, wie die Darstellung des Körpers in eine Studie von Raum und Form verwandelt werden kann.

 

Susan Rothenberg wurde 1945 in Buffalo, Bundesstaat New York, geboren und erwarb einen Abschluss als Bachelor of Fine Arts an der Cornell University in Ithaca, New York. Ihre Arbeiten genießen großen internationalen Ruf und werden in den Vereinigten Staaten und im Ausland gezeigt. Frühe Solo-Ausstellungen ihrer Werke umfassen die in der Kunsthalle Basel (1981-82), im Stedelijk Museum, Amsterdam (1982) und eine vom Los Angeles County Museum of Art organisierte Ausstellung, die in sieben Einrichtungen in den USA und im Ausland gezeigt wurde (1983-85); eine von der Albright-Knox Art Gallery, Buffalo, organisierte Retrospektive, die auch im Hirshhorn Museum, dem Saint Louis Art Museum, dem Museum of Contemporary Art Chicago, dem Seattle Art Museum und dem Dallas Museum of Art (1992-94) gezeigt wurde; einen Werksüberblick im Museo de Arte Contemporáneo in Monterrey, Mexico (1996-97); “Susan Rothenberg: Paintings from the Nineties” im Museum of Fine Arts, Boston (1999). Ein Werksüberblick mit dem Titel “Moving in Place,” wurde vom Modern Art Museum of Fort Worth organisiert und auch im Georgia O’Keeffe Museum, Santa Fe, sowie im Miami Art Museum (2009-11) gezeigt. Ihre Arbeiten findet man in bedeutenden öffentlichen Sammlungen in aller Welt, darunter in der Albright-Knox Art Gallery; im Hirshhorn Museum; im Los Angeles County Museum of Art; im Metropolitan Museum of Art; im Museum of Fine Arts, Houston; im Museum of Modern Art, New York; in der National Gallery of Art, Washington, D.C.; im Stedelijk Museum; in der Tate Gallerie in London; im Walker Art Center, Minneapolis, Whitney Museum, New York und im Crystal Bridges, Bentonville, Arkansas. Susan Rothenberg lebt gegenwärtig in New Mexico.

 

Sie wird vertreten durch Sperone Westwater, New York, wo ihre Werke seit 1987 regelmäßig gezeigt werden.

 


 

Das Hall Art Foundation | Schloss Derneburg Museum ist nur auf Voranmeldung in geführten Gruppen öffentlich zugänglich.

 

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img

Susan Rothenberg
Algarve, 1974
Acrylic and tempera on canvas
112 x 110 in. (285 x 280 cm)
Hall Collection