Hall Art Foundation
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Katharina Grosse
Berlin kommt nach Niedersachsen

Die Hall Art Foundation freut sich im Schloss Derneburg eine Ausstellung mit Werken der Künstlerin Katharina Grosse zu veranstalten.

 

Katharina Grosse wurde 1961 in Freiburg im Breisgau geboren und lebt und arbeitet in Berlin und Neuseeland. Sie gilt als eine der bedeutendsten Malerinnen und ist vor allem dafür bekannt, unter Verwendung industrieller Farbsprühtechnik vielschichtige Gemälde in intensiver Farbgebung auf Leinwand oder anderen Flächen aufzubringen, darunter auch großflächige und immersive ortspezifische Installationen. In dieser Ausstellung werden Beispiele sowohl ihrer im Atelier gefertigten Arbeiten als auch ihrer ortsspezifischen Werke vorgestellt. Sie umfasst eine Suite kürzlich fertiggestellter großformatiger Gemälde auf Leinwand und Arbeiten auf Papier sowie ein monumentales Werk aus Seide - o.T. (2013). Im Haupteingang des Schlosses installiert, stellt o.T. den Bezug zu Grosses erstem 1998 für den Projektraum der Kunsthalle Bern in Farbsprühtechnik ausgeführten Gemälde her.

 

Indem sie verschiedene Medien für ihre Werke nutzt, erweitert Katharina Grosse die Grenzen dessen, was man auf Leinwand darstellen kann. Man spürt in ihren Werken eine ständige Bereitschaft zu experimentieren, die Beziehungen zwischen Farbe und Form neu zu gestalten, rhythmische Strukturen reiner Farbgebung und Textur zu schaffen. Es ist genau dieser Ansatz Grosses an die Verwendung von Farbe, die einen als BetrachterIn zuerst anspricht, insbesondere die Art und Weise, wie sie Farbe einsetzt, um einen emotionalen Ton zu vermitteln, der absichtlich von dem oft durch Arbeiten auf Leinwand aufgezwungenen Ton abweicht.

 

Bei Grosse ist vor allem von Bedeutung, dass sich der Gesamteindruck eines Werkes aus vielen Schichten zusammensetzt. Wie bei der Abfolge von Entwicklungsstufen wird dieses Aufbringen der einzelnen Schichten zu einer Art Kommentar zur Gesamtgestalt eines Werkes. Man kann jeden gestischen Aspekt in Grosses Gemälden, jedes Aufbringen von Farbe und Textur verstehen als eine Art Signaturkomponente, die zur Integrität des Werkes insgesamt beiträgt.

 

Grosses ausufernde, multidirektionale Werke strömen über von den zu ihrer Schaffung verwendeten Pigmenten. Manchmal löst sich ein Gemälde in Felder von Farbe auf, während einige Gemälde von einer leuchtenden, pastellartigen Fleischigkeit durchdrungen sind, die ihren Konturen eine spielerische Qualität verleiht. Grosses Schicht auf Schicht ausgeführte Werke scheinen mit sich selbst uneinig zu sein und gerade durch diese Widersprüchlichkeit erschließt sich einem die eigentliche Bedeutung des kreativen Bewusstseins der Künstlerin: die aktive Destabilisierung der Perspektive. Dies hat wenig zu tun mit der Auslöschung der Tradition des Malens, sondern bezieht sich eher auf das Erkennen der umgebenden Strukturen, die einen Ort im Laufe bestimmter Zeiträume verändern.

 

In den vergangenen zwanzig Jahren wurde Katharina Grosse mit mehreren Solo-Ausstellungen geehrt. Zu den jüngsten institutionellen Präsentationen und ortspezifischen Werken gehören Rockaway! für das Programm Rockaway des MoMA PS1 in Fort Tilden, New York (2016); Asphalt Air and Hair bei der ARoS Triennale, Aarhus (2017); This Drove My Mother up the Wall in der South London Gallery (2017); The Horse Trotted Another Couple of Metres, Then It Stopped in den Carriageworks, Sydney (2018); Wunderbild in der National Gallery in Prag (2018/2019); Mumbling Mud im chi K11 Kunstmuseum in Shanghai (2018/2019) und im chi K11 Kunstraum in Guangzhou (2019); Mural: Jackson Pollock I Katharina Grosse im Museum of Fine Arts, Boston (2019/2020). Aktuell wird It Wasn’t Us im Hamburger Bahnhof, Museum für Gegenwart in Berlin gezeigt und Is It You? im Baltimore Museum of Art. Sie hatte Professuren an der Kunsthochschule Weißensee, Berlin (2000–2009) und an der Kunstakademie Düsseldorf (2010–2018).

 

Katharina Grosse wird vertreten von der KÖNIG GALERIE, Berlin/London/Tokio, der Gagosian Gallery und der Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder.

 

Die Werke von Katharina Grosse sind Teil von Berlin kommt nach Niedersachsen, einer Reihe von vier Ausstellungen, die sich auf Werke von in Berlin lebenden und arbeitenden Künstlern konzentriert. Die Arbeiten von Katharina Grosse werden gleichzeitig mit Werken von Karl Horst Hödicke, Johannes Kahrs und Szene Berlin - einer Gruppenausstellung mit circa 30 Gemälden, Skulpturen, Fotografien und Videos von mehr als zwei Dutzend in Berlin ansässigen Künstlern, geschaffen in einem Zeitraum ab den frühen 1990er Jahren bis zu diesem Jahr, gezeigt.